Kantonal-Bernisches Musikfest 18./19. Mai 1968 Interlaken
Am Morgen des 18. Mai 1968 besammelten wir uns am Bahnhof in Uttigen.
Bevor der Extra-Zug einfuhr, bekundeten wird unsern Start nach Interlaken mit einem rassigen Marsch. Der Extra-Zug, welcher die Kantonal-Fahne von St. Immer mitbrachte, war war sehr feierlich bekränzt.
In Interlaken wurden wir von der dortigen Stadtmusik empfangen. Bald darauf wurden wir von unserem «Täfelibueb» in unsere Unterkunft geführt. Die Männer waren in einem Schulhaus einquartiert, Margrit Urfer und ich im Hotel Interlakner Hof, dort wo unser Verein auch alle Mahlzeiten einnahm.
Kurz nach dem Mittagessen hatten wir in einem Übungslokal Gelegenheit, die Instrumente einzublasen. Schon war die Zeit da, wo wir mit Herzklopfen vor den Türen der Aula standen, um unsere Wettstücke vorzutragen. Das Selbstwahlstück «Festfanfaren» von Albert Benz trugen wir zuerst vor. Nach einer langen Pause war das Achtwochenstück «Die Reiter von Saignelégier» von Hans Moeckel an der Reihe. Mit ein wenig gemischten Gefühlen verliessen wir die Aula. Ca. 2 Stunden später standen wir sehr gut ausgerichtet am Start der Marschmusikdemonstration. Mit dem Marsch der Zeugherren (No2) marschieten wir mit viel Disziplin neben dem Expertenpodium durch. Freudevoll kamen wir am Ziel an. Wir waren dem Prädikat «vorzüglich» schon sicher. Der Verein wurde bis zum Nachtessen aufgelöst. Jetzt waren wir frei von allen Sorgen. Alles Mögliche wurde uns geboten an diesem Fest. Jedermann konnte sich irgenwie amüsieren.
Nach einer sehr kurzen Nacht war schon wieder der Tag der Heimkehr da. Am frühen Nachmittag nahmen wir am Sternmarsch teil, wo anschliessend die Rangverkündigung stattfand. In grosser Spannung hörten wir dem Redner zu bis es hiess, Musikgesellschaft Uttigen 3. Kategorie Wettstücke: vorzüglich / Marschmusik: vorzüglich. Alle Hüte unserer Musikanten flogen zum Himmel. Unser Dirigent Ernst Ryser wurde von allen Seiten her bestürmt. Grosse Freude strahlte aus jedem Gesicht. Nach einer lustigen Heimfahrt wurden wir in Uttigen vom ganzen Dorf gross empfangen. Sämtliche Vereine, der Gemeinderat und eine Menge Dorfbewohner warteten auf uns. Nech einigen kurzen Ansprachen marschierten wir mit Musik durch das Dorf bis zum Restaurant Säge, wo der Verein aufgelöst wurde. Ein wenig müde, aber mit einer grossen Genugtuung begaben wir und dann nach Hause.
